
Die Giudecca ist das Viertel, in dem jahrhundertelang die jüdische Gemeinde von Syrakus lebte, eine der bedeutendsten Siziliens. In ihren Gassen verbirgt sich ein einzigartiger Schatz: ein in den Fels gehauenes Ritualbad (Mikwe), eines der ältesten Europas.
Die jüdische Gemeinde von Syrakus blühte über tausend Jahre lang, bis zum Vertreibungsedikt der spanischen Krone von 1492. Die Straßen des Viertels – Via della Giudecca, Via del Crocifisso, Vicolo dell'Olivo – bewahren noch den mittelalterlichen Grundriss.
Die Mikwe, in den 1980er-Jahren zufällig bei Umbauarbeiten unter einem Haus in der Via Alagona wiederentdeckt, liegt 18 Meter unter der Erde: drei Becken, gespeist von reinem Quellwasser, vielleicht in byzantinischer Zeit in den Fels geschlagen. Vor dem Verlassen der Stadt 1492 versiegelte die Gemeinde sie zum Schutz.
Im Viertel lohnen auch die Kirche San Giovanni Battista, erbaut über einer Synagoge, und die Handwerksateliers, die die Gassen wiederbeleben.
Praktische Tipps
- Die Mikwe ist nur mit Führung zu besichtigen (kostenpflichtig, in mehreren Sprachen), Eingang in der Via Alagona.
- Abends ist die Giudecca eines der stimmungsvollsten Viertel zum Essen in den Gassen.


